International

Salut Limoges – Deutsch-französischer Jugendaustausch

Bereits im Frühjahr 2016 begannen wir gemeinsam mit dem Jugendhaus Hardhöhe und den französischen KollegInnen des Centre Social de la Bastide ein Konzept für den ersten außerschulischen Jugendaustausch zwischen Limoges und Fürth zu entwickeln. Anlass war die 25jährige Städtepartnerschaft im Jahr 2017.

Schwerpunkt der Begegnung, die im April und August mit insgesamt ca. 50 TeilnehmerInnen stattfand, war das Thema „Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein“, mit dem wir uns in der Woche immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise beschäftigten. In Workshops (Garten, Upcycling, Multimedia und Graffiti) lernten sich die Jugendlichen kennen und bauten gemeinsam einen „deutsch-französischen Freundschaftsgarten“ auf dem Außengelände von elan und Catch Up.
Zusätzlich wurden zahlreiche Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel eine lange Sportnacht, ein Besuch im Fürther Mare und im Stadion, so wie die obligatorischen Stadtführungen in Fürth und Nürnberg angeboten. Der Jugendaustausch wurde zu 100% aus Fördermitteln der europäischen Union finanziert und von vielen unterschiedlichen Einrichtungen finanziell und/oder personell unterstützt. Auf französischer Seite, aber auch bei uns besteht der Wunsch die erfolgreiche Kooperation in den kommenden Jahren fortzuführen, denn außerschulische Jugendbegegnungen, an denen Jugendliche freiwillig teilnehmen um Gleichgesinnte aus anderen Ländern kennen zulernen, tragen auf ganz besondere Weise zur Völkerverständigung bei.

Kinderkulturkarawane – Rainbow House of Hope

Von Unterschieden und Gemeinsamkeiten

Drei Tage lang war die Gruppe der Kinderkulturkarawane des Rainbow House of Hope aus Kampala (Uganda) zu Gast im Kinder- und Jugendhaus Catch Up.clip_image001

Über 100 SchülerInnen der fürther Schulen kamen am Dienstag, den 9. Juli zur Theatervorführung der ugandischen Jugendgruppe. In ihrem Theaterstück „Mirembe – die Dorfschönheit“ erzählten sieben Jugendliche aus Uganda die Geschichte eines Mädchens, das gegen seinen Willen verheiratet werden sollte. Es handelte sich um ein Stück über Selbstbestimmung, das bereits in den Dörfern Ihrer Heimat für Diskussionen sorgte. Denn nach wie vor sind Mädchen und Frauen in Uganda am stärksten von Armut und Fremdbestimmung betroffen.

Auch der darauffolgende  Workshop stieß auf große Resonanz. Gemeinsam studierten die Jugendlichen einen traditionellen Tanz mit Trommelbegleitung ein. Trotz englischer Sprache waren Verständigungsschwierigkeiten kein Thema. Die jungen Afrikaner zwischen 12 und 18 Jahren bauten eine Brücke zur Verständigung, durch ihre Präsenz  und Offenheit.

Diese war auch in der Freizeitgestaltung fester Bestandteil des Miteinanders. Es wurde gemeinsam gespielt, gekocht und gegessen und viel gelacht.

Die Begegnung auf Augenhöhe trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede war erklärtes Ziel des Besuches. Nur so sei es möglich positive Erfahrungen zu sammeln und Ressentiments gegenüber fremden Kulturen entgegen zu wirken. Begegnungen dieser Art wirkten bei den Jugendlichen lange nach.  Gerade durch die Vernetzung über soziale Netzwerke sei ein lang anhaltender Kontakt schnell und unkompliziert möglich. Schon vergangene Projekte dieser Art hätten gezeigt, dass Jugendliche auch noch nach Jahren miteinander in Kontakt stünden, so die Mitarbeiter des Jugendhauses.

Vielfalt_Fuerth_Logo_200x74

Different Together

„Hast Du Dich schon immer mal gefragt, was Jugendliche in anderen Städten und Ländern so treiben? Dann hast Du jetzt die Möglichkeit es zu erfahren!
Sei mit dabei, wenn Jugendliche aus Ingelheim (Rheinland-Pfalz) und Afula (Israel) einen Tag im Catch Up verbringen und knüpf neue Kontakte! Am Vor- und Nachmittag nimmst Du an exklusiven Workshops mit Profis teil (Rap, Skate, Dance…) und am Ende des Tages wartet noch ein dickes „intercultural“ BBQ auf Dich!“

Am Mittwoch, den 03. 04. 2013 empfing das Kinder- und Jugendhaus Catch Up eine deutsch-israelische Jugendgruppe aus Afula und Ingelheim. Nach dem Motto „Different together“ trafen sich die Jugendlichen unterschiedlicher Religionen (muslimisch, jüdisch, christlich) und Nationalität (israelisch, deutsch, türkisch, russisch). Im Mittelpunkt standen dabei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Jugendkulturen aus den verschiedenen Regionen. Den Jugendlichen war es möglich an jeweils zwei Workshops teilzunehmen. Geboten waren Rap, Dance, Skateboarding und Scooter so wie Urban Art.

Die entstandenen Songs gibt es auf soundcloud zum anhören:

Track 1

Track2

 

Kinderkulturkarawane – Danceaholic Project Crew

Wenn Tänzer eine Geschichte erzählen Kunst gegen Vorurteile, Verfolgung und Gewalt

Sie tanzen sich die Seele aus dem Leib: ehemalige Flüchtlinge und Straßenkinder der Danceholic Project Crew aus Kolumbien. Mit einer Mischung aus Streetdance, Hip-Hop, Capoeira, einem Kampftanz, und Parkour, einer Kampfsportart, erzählen sie ihre Geschichte auf der Bühne der Fürther elan gmbh – eine Geschichte von Verfolgung und Gewalt. „Im Schatten der Berge“ basiert auf realen Ereignissen, wie sie in Randbezirken von Bogota stattgefunden haben. Es geht bei diesem viertägigen Projekt mit Workshop, einer Veranstaltung des Jugendhauses Catch Up, um Fremdsein. Gefördert wird es von „Fürther Vielfalt tut gut!“, unterstützt vom Bundesfamilienministerium.

 

Nur kurze Zeit dauert es, bis die jungen Zuschauer aus den verschiedensten Schulen in Fürth, im Rhythmus mitgehen, klatschen, wieder ruhig werden und staunen, ganz dabei sind.  „Im Schatten der Berge“ stellt dar, wie junge Künstler in Kolumbien zwischen 2000 und 2005 von einer Organisation, dem „Schwarzen Adler“ bedroht, geprügelt, verwundet, getötet wurden. Als „Säuberungsaktionen“ beschrieben die Bewohner diese gezielten Verfolgungsaktionen. Tanz und Theater fasste der „Schwarze Adler“ nämlich als Rebellion und Revolte auf. So flüchteten viele vom Land in die Slums der Stadt, wo es aber genau so weiter ging. Doch die Jugendlichen gaben nicht auf. 2006 war der heutige Crew-Leiter Ricardo als 16-Jähriger zum ersten Mal in Hamburg bei der „KinderKulturKarawane“, die Jugendgruppen aus aller Welt Auftritte in Europa ermöglicht. Durch seine Erfahrung ermutigt gründete Ricardo 2009 mit zehn Freunden in Kolumbien eine Tanzgruppe. IMG_5205

Die jungen Leute wollten mit ihrer Arbeit neue Perspektiven schaffen, eben nicht aufgeben. Damit scheinen sie immer noch auf dem richtigen Weg zu sein. Sie sind inzwischen nicht nur ziemlich perfekt im Rap oder Streetdance. Sie berühren, treffen den Nerv der Kinder – auch hierzulande. An diesem Vormittag erleben die Schüler, dass Anderssein viele positive Aspekte hat, dass es sich lohnt, sich zu wehren und, dass Aktion, wenn es sich um so kraftvolle Formen handelt, selbst unter schwierigsten Umständen verdammt viel Spaß machen kann.

 

„Wir sind total überwältigt“, sagt Swantje Schindehütte, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses Catch Up ob des bis auf den letzten Platz besetzten Saales. „Das ist eine gute Gelegenheit für Jugendliche, Gleichaltrige aus einem anderen Land kennen zu lernen“, betont Jugendamtsleiter Hermann Schnitzer. Mit Workshop nach der Performance gehen die Tänzer wieder ins Jugendhaus nebenan. Dort sind die Künstler vier Tage mit den Kindern des Catch Up zusammen. Am spannendsten ist natürlich der Workshop, den die Crew anbietet. 40 Kinder kommen an diesem Nachmittag. Estivens und Daymer erklären ruhig und geduldig. Langsam werden erste Schritte im Hip Hop und Streetdance geübt. Gar nicht so einfach und: anstrengend.

Aber „cool“, wie Ela und Eileen feststellen! Auch die Truppe, die unter Anleitung von Ricardo Capoeira erste Schritte wagt, ist bald aus der Puste. Trotzdem bleiben alle konzentriert bei der Sache. „Ganz toll“, stellt Alex in der Pause fest und freut sich aufs Weitermachen. Am Abend sitzen alle erschöpft, aber glücklich beim gemeinsamen Abendessen. Und natürlich dauert es nicht lange, bis eine rege Unterhaltung in Gang kommt. Schließlich weiß man ja jetzt, wer die jungen Tänzer aus Kolumbien sind und will doch noch viel mehr von ihnen erfahren. Auch wenn es mit dem Englischen und Spanischen nicht so ganz richtig klappt, irgendwie verstehen sich alle prima!

Pressekontakt: Jochen Krüger, Koordinierungsstelle „Fürther Vielfalt tut gut“, Fronmüllerstraße 34, 90763 Fürth,

Tel.: 0911 / 71 00 76, info@fuerther-vielfalt.de